Ein paar Worte zum Öl
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Zu Zeiten des Spacy war das Angebot an Motoröl noch recht überschaubar. Es gab verschiedene Viskositäten, die meisten Öle noch auf mineralischer Basis. Synthetische Schmierstoffe waren meist Hochleistungsmotoren und dem Motorsport vorbehalten.

Heute gibt es fast nur noch synthetische und teilsynthetische Öle. Moderne Motoren stellen besondere Ansprüche, dementsprechend ist auch das Angebot gewachsen. Allerdings sind nicht alle modernen Öle für ältere Motoren geeignet. Und der Spacy ist nun mal eine ältere Konstruktion. Man muss sich immer im klaren darüber sein, dass Öl und Motor zusammenpassen müssen, Öl ist ein Konstruktionselement.

Öle mit Viskositäten wie 0W-20 zum Beispiel können in einem alten Motor die Schmierung nicht sicherstellen. Auch manche Leichtlauföle sind ungeeignet. Wenn man in einem Geschäft vor dem Ölregal steht, wird man von der riesigen Auswahl völlig verwirrt.

Ausschnitt aus dem Ölangebot in einem großen Geschäft

Was muss also in den Spacymotor, damit es keine Schäden gibt?

Grundsätzlich erfordert ein Roller das gleiche Öl wie ein Automotor aus der Zeit. Nur wie erkennt man diese Sorten?

Honda empfiehlt Öl der API- Klasse SF oder SG. Diese Klassen sind längst überholt, heute ist API SP die höchste Qualitätsstufe. Dummerweise erfüllen auch für ältere Motoren ungeeignete Schmierstoffe diese Norm. Aber es gibt noch eine Festlegung der Ölqualitäten, die wesentlich aussagekräftiger ist.

Die Fahrzeug- und Motorenhersteller haben mit ihrer Organisation ACEA auch die Motoröle in Klassen eingeteilt. Jede dieser Klassen legt die Qualitätsanforderungen für bestimmte Motoren fest. Der Motorenhersteller schreibt also für einen Motor zum Beispiel Öl der ACEA – Klasse A1/B2 vor. Ein Öl der Klasse A5/B5 ist nicht unbedingt besser als eines der Klasse A1.  Es sind verschiedene Klassen, die verschiedene Anforderungen erfüllen. Es kommt darauf an, welches Öl ein bestimmter Motor braucht, das legt der Hersteller fest. 

Wie oben erwähnt, schreibt Honda im Fahrerhandbuch nur die API- Klasse vor, kein Wunder, denn die ACEA- Klassen gab es seinerzeit noch nicht, bzw. hatten sich noch nicht breit durchgesetzt..

Da die API- Spezifikation keine sichere Auswahl ermöglicht, muss man sich nach der ACEA- Vorschrift richten. Und hier ist ein Öl nach ACEA A3 / B3 oder A3 / B4 geeignet. Damit hat man die maximale Sicherheit für ein langes Motorleben. Der Buchstabe B steht bei ACEA für die Eignung in Dieselmotoren, für Viertakt- Ottomotoren also nicht entscheidend, es kommt hauptsächlich auf die Kennzeichnung A3 an..

Eine andere Eigenschaft ist die Viskosität. Die beschreibt die Fließfähigkeit einer Flüssigkeit. Bei Öl wird die Fließfähigkeit heute international nach SAE definiert. Ein kleiner Wert wie SAE 10 steht für ein dünnflüssiges Öl, ein hoher Wert wie SAE 60 für ein eher zähes Öl. Welche Viskosität benötigt wird, hängt von den Einsatzbedingungen ab. Öle haben die Eigenart, mit steigender Temperatur dünnflüssiger zu werden und bei Kälte zäh bis hin zur Erstarrung.

Bei hoher Motortemperatur hat ein SAE 40 Öl eine stabileren Schmierfilm als ein SAE 10. Beim Start des kalten Motors mit 40er oder 60er Öl muss sich nicht nur der Anlasser arg quälen, auch das dickflüssige Öl gelangt nicht so schnell zu den Schmierstellen. Ein Öl SAE 10 könnte aber im heißen Motor keinen stabilen Schmierfilm aufbauen. Früher musste man darum je nach Jahreszeit Öl der passenden Viskosität einfüllen. Das war lästig und teuer.

Darum wurden Öle entwickelt, die in kaltem Zustand dünnflüssig sind, bei heißem Motor aber nicht zu dünn werden. So hat man einen leichteren Start und schnelle Schmierung bei Kälte, aber auch große Schmiersicherheit bei hoher Belastung im heißen Motor. Diese Mehrbereichsöle tragen Bezeichnungen wie SAE 10W-40; das W steht dabei für Winter(eignung). Damit werden alle in Europa vorkommenden Klimazonen und Temperaturen abgedeckt. Ausgenommen vielleicht am Polarkreis, aber bei -40°C macht Roller fahren vermutlich wenig Spaß.

Getriebeöl ist übrigens bei gleicher SAE- Zahl dünnflüssiger als Motoröl.

Zusammengefasst ist das optimale Öl für den Spacy also ein Mehrbereichsöl SAE 10W-40 nach ACEA A3 und API SG oder höher. Und im Gegensatz zu vielen Behauptungen gibt es zwischen den einzelnen Herstellern keine wirklichen Qualitätsunterschiede. Wenn die Qualität angegeben ist, macht es keinen Unterschied ob man Schmierolin oder Lubritoll verwendet. Entscheidend ist, ob die Vorgaben nach ACEA eingehalten werden.
Einige Hersteller bieten auch spezielle Roller- Öle (neudeutsch: Scooter Oil) an. Die sollen angeblich für Motorroller optimiert sein. Ob es sich wirtschaftlich lohnt, für einen eher kleinen Markt eigens ein Produkt zu entwickeln? Es könnte auch so sein, dass ein geeignetes Öl mit einem besonderen Etikett versehen wird, um es mit Aufpreis zu verkaufen. Das scheint mir nicht unwahrscheinlich zu sein.

Die Frage ob synthetisches oder mineralisches Öl stellt sich heute kaum noch. Die meisten Öle sind zumindest teilsynthetisch.

Der Spacy soll alle 3000km frisches Öl bekommen. Das ist keine sehr große Fahrleistung, doch der Motor hat keinen Ölfilter. Verbrennungsrückstände und Abrieb werden also nicht wie im Pkw in einem Filter zurückgehalten. Auf Dauer würden diese Schwebstoffe Überhand nehmen und zu unnötigem Verschleiß führen. Darum also lieber regelmäßig den Ölwechsel vornehmen. Ein Liter geeignetes Öl kostet nicht einmal € 10.-, ein doch recht geringer Betrag, der für ein langes Motorleben gut angelegt ist.

 

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