Mit den Jahren leiden die Kunststoffteile an Fahrzeugen. Besonders
solche, die dem Sonnenlicht und den darin enthaltenen UV- Strahlen
ausgesetzt sind. Grade bei Fahrzeugen, die nicht in einer Garage
einstellt sind, den so genannten Laternenparkern, bleichen unlackierte
Kunststoffteile schnell aus.
Durch gute Pflege mit geeigneten Mitteln kann man dem Ausbleichen
entgegenwirken. Aus eigener, langer Erfahrung kann ich ein Mittel auf
Silikonbasis, Amor All, empfehlen. Regelmäßig nach der Reinigung
angewendet, erhält es den matten Glanz an Verkleidungsteilen,
Zierleisten und Stoßstangen.
Bei bereits stark ausgebleichten Teilen, die schon hellgrau statt wie
ursprünglich schwarz sind, helfen Silikonpfleger nur bedingt. Doch kann
man auch hier mit gutem Erfolg ausgebleichte Teile aufarbeiten. Der
französische Hersteller Owatrol bietet mit dem Produkt Polytrol einen
Auffrischer für Kunststoff und Lack an.
Das Mittel wird mit einem Lappen in die zu behandelnden Teile
eingerieben und muss einige Minuten einwirken. Dann werden
überschüssige Produktreste abgewischt. Bei Bedarf werden die ganze
Fläche oder noch nicht zufriedenstellende Bereiche erneut behandelt.
Wichtig ist, dass Reste nicht auf dem Werkstück verbleiben, diese
härten aus und lassen sich nur mit Lösungsmittel entfernen.
Für Gummi oder Weichkunststoff ist Polytrol nicht geeignet. Eine
ausführliche Anleitung stellt der Hersteller bereit.
Aber auch fast hoffnungslose Fälle lassen sich retten, wie am
Beispiel einer Rahmenabdeckung gezeigt werden soll. Allerdings erfordert
diese Methode einige Erfahrung oder zumindest große Vorsicht.
Erfahrung, weil man im Vorfeld erkennen sollte, ob eine Behandlung
mit Pflegemitteln Erfolg verspricht oder nicht. Im Zweifel lässt man
eine chemische Bearbeitung außen vor. Ist das zu behandelnde Teil in
sehr schlechtem Zustand, müssen eher handfeste Methoden angewendet
werden. Thermische Behandlung statt thermischer Verwertung.

Rahmenabdeckung Mittelteil vor und
nach der Behandlung
Die meisten Kunststoffe sind von Natur aus gelblich- bräunlich. Erst
durch die Zugabe von Farbstoffen werden sie, wie im Fall der
Rahmenabdeckung grau, eingefärbt. An der Oberfläche bleichen
Farbstoffe durch UV- Strahlen aus. Wenn man das Material erwärmt,
wandern die Pigmente im Kunststoff und kommen wieder zum Vorschein.
Vorbedingung für die nachfolgend beschrieben Prozedur ist eine
gründliche Reinigung des zu bearbeitenden Werkstücks.
Mit einem Heißluftgerät, wie es von vielen Herstellern von
Elektrowerkzeugen angeboten wird, erwärmt man die ausgebleichten Teile.
Hier ist Vorsicht angebracht, stellt man die Temperatur zu hoch ein oder
erwärmt nur eine kleine Stelle, besteht die Gefahr, dass der Kunststoff
schmilzt. Also mit dem Gerät immer in Bewegung bleiben, ähnlich wie
beim Lackieren. Bei der als Beispiel gezeigten Rahmenabdeckung wurden
kleine Kreise beschrieben und der Fön langsam kreisförmig und hin- und
her bewegt, so als wenn man ein Pfauenaugenmuster erzeugen wollte.
Sobald der ursprüngliche Farbton erscheint, sofort weiterbewegen. Sonst
besteht die Gefahr, dass das Material schmilzt. Diese Beschädigung
lässt sich nicht rückgängig machen. Besser nach Abkühlung erneut
vorsichtig erwärmen, wenn der Farbton noch nicht ganz stimmt.
Die optimale Temperatur hängt vom Material ab. Grundsätzlich sollte
man sich von unten herantasten. Zu hohe Temperaturen lassen die
Thermoplaste zu schnell reagieren und ebenso schnell schmelzen.
Ist die Wärmebehandlung erfolgreich abgeschlossen, empfiehlt es
sich, dass wiederhergestellte Teil mit einem Pflegemittel wie Polytrol
zu behandeln. Dies beugt erneutem Ausbleichen vor.
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